Artenvielfalt in der Vertikalen: Geo-Naturpark und Gemeinde Mörlenbach bauen Lebensturm in Mörlenbach-Ober-Mumbach
Klimawandel, intensive Landwirtschaft und sterile Gärten sind nur einige der Ursachen des Artensterbens. Ein Lebensturm ist Artenförderung auf einem Quadratmeter und bietet verdichteten Wohnraum für verschiedene Tierarten auf mehreren Etagen. Gemeinsam mit der Gemeinde Mörlenbach hat der Geo-Naturpark einen Lebensturm in Ober-Mumbach errichtet. Am 30. Juni weihten die stellvertretende Geopark-Geschäftsführerin Larissa Arras und Mörlenbachs Bürgermeister Erik Kadesch das neue Symbol für die Artenvielfalt ein.
Arras führte aus: Ein Lebensturm zeigt anschaulich, dass jeder mit einfachen Mitteln – etwa im eigenen Garten – Lebensräume und Nisthilfen für Tiere schaffen kann. Auf mehreren Ebenen veranschaulicht er, wie Vögel, Insekten, Kleinsäuger und Reptilien gezielt gefördert werden können. Damit weist der Turm hier weit über sich hinaus: beispielhaft steht er dafür, dass es grundsätzlich darum geht, den Rückgang der biologischen Vielfalt zu bremsen und damit unsere natürlichen Lebensgrundlagen langfristig zu sichern.” Der Lebensturm wird damit zu einem Symbol für die Artenvielfalt. Die einzelnen Etagen des Turms werden dabei mit unterschiedlichen Materialien wie Ästen, Stroh, Schilf, Zweigen, Steinen oder Laub bestückt. Verschiedene künstliche Nisthilfen wie Meisenkästen, Wildbienenhotels, Hummelburgen oder Sommerquartiere für Fledermäuse runden das Angebot ab. Ein Blick auf die verschiedenen Bauelemente zeigt, dass der Kreativität auf fachlich fundierter Grundlage keine Grenzen gesetzt sind. Bürgermeister Erik Kadesch begrüßte das neue Projekt zur Förderung der Artenvielfalt: „Die biologische Vielfalt in unserer Gemeinde zu erhalten und zu stärken, ist uns ein wichtiges Anliegen. Mit dem Geo-Naturpark haben wir einen verlässlichen Partner, mit dem wir bereits mehrere erfolgreiche Naturschutzprojekte umgesetzt haben – etwa zum Schutz des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings.” Nachdem das Außendienstteam des Geo-Naturparks den Lebensturm errichtet hatte, gestaltete die NABU Ortgruppe Mumbacher Tal die einzelnen Ebenen mit unterschiedlichen Materialien und Nisthilfen. So entstand ein vielfältiger Lebensraum, der zahlreichen Tierarten künftig als Unterschlupf dienen wird. Larissa Arras betonte die gelungene Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den ehrenamtlich Engagierten des NABU: „Dieses Projekt ist ein gelungenes Beispiel für das Bottom-up-Prinzip der UNESCO Global Geoparks. Vor Ort zeigen wir zusammen mit engagierten Akteuren, wie wir unsere Region nachhaltig und mit Strahlkraft weiterentwickeln.“
Weitere Informationen unter www.geo-naturpark.de