Erlebnis-Spaziergang in den Albersbacher Streuobstwiesen

Wanderparkplatz Kreiswald, 64668 Rimbach

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Bei einem Spaziergang durch unsere schöne Kulturlanschaft erfahren Sie Spannendes und Wissenwertes zum Obst.

Obstbau im weitesten Sinne gibt es bei uns schon sehr lange. In den Wäldern der Germanen und Kelten kam der strauchähnliche wilde Holzapfel natürlich vor. Seine walnussgroßen, gerbsäurehaltigen Früchte wären für unseren Geschmack heute allerdings keine Gaumenfreude. Unsere Vorfahren waren sehr gute Ackerbauern, doch sie begnügten sich damit, das bittere Wildobst zu sammeln und zu dörren.

Bereits in vorchristlicher Zeit kam über die Handelswege der alten Seidenstraße neben exotischen Gewürzen auch Kulturobst in das Mittelmeergebiet. Die Römer hatten das Wissen um Sortenkunde und Veredelung von den Griechen und Syrern übernommen. Sie waren von den Früchten des sonnigen Südens verwöhnt und brachten die ersten großfruchtigen, wohlschmeckenden Apfelsorten und weiteres Edelobst mit in unsere Region. Funde bei Ausgrabungen rund um den Limesbau im Odenwald aus 100/110 n.Chr. belegen das. Doch was es zum Obst noch alles Spannendes gibt, erfahren die Spaziergänger dort auf dem Weg durch unsere schöne Kulturlandschaft.

Die Veranstaltung dauert drei Stunden. Bitte mit wetterangepasster Kleidung und gutem Schuhwerk kommen.

Bei den Führungen, Wanderungen und Touren werden die geltenden Verordnungen des Bundes und der Länder zu Hygieneregeln, maximale Teilnahmezahlen, einzuhaltende Mindestabstände, verbindliche Anmeldung und die Dokumentation der Teilnehmenden eingehalten.
Daher bitten wir alle Interessierten um eine verbindliche Anmeldung bis spätestens zwei Tage vor der Veranstaltung. Dann können wir Sie darüber informieren, wie und mit welchen Auflagen die Veranstaltung stattfindet. Die Anzahl der Teilnehmenden ist entsprechend den Vorgaben begrenzt.

 

Äpfel spielen in der Geschichte der Menschheit von jeher eine große Rolle: als Verführungsobjekt Adams durch Eva in der Bibel, als Reichsapfels für Herrschaft und weltliche Macht oder als Symbol in Sagen, Mythen, Märchen und Liebesorakeln. Unzählige Gedichte, Geschichten, Verse, Lieder und Bilder beweisen, dass der Apfel seit Jahrhunderten Geist und Sinne der Menschen beflügelt.

Ein versteinertes Exemplar eines kleinen Apfels wurde in Überresten einer Wohnhütte der Jungsteinzeit (zirka 4.000 vor Christus) am Bodensee gefunden, der als Wildapfel - Holzapfel - hart und sauer war und im nördlichen Teil Europas heimisch.

Die Heimat des Kulturapfels ist Asien, die Mischwälder des Kaukasus und Turkestans. Um 5000 vor Christus sollen schon syrische Kaufleute die ersten Äpfel vom Schwarzen und Kaspischen Meer nach Mesopotamien und an den Nil gebracht haben. In großen Plantagen kultivierten die Pharaonen süße und wohlschmeckende Früchte.

Die Griechen bauten echte Kultursorten an und kannten auch die Veredelung der einzelnen Sorten. Sie hatten schon vor 2400 Jahren Kenntnisse von der Baumobstkelterei. Die älteste Notiz darüber stammt von Herodot, der von 484 bis 424 v. Chr. gelebt hat.

 

Etwa ab Christi Geburt brachten die Römer Kulturformen der auch heute noch gebräuchlichen Obstarten nach Mitteleuropa. Sie bauten das Obst überwiegend in Gärten in der Nähe ihrer Villen an. Sie kultivierten die Kunst des Kelterns weiter und besaßen bereits achtzig nach Christi eine moderne Baumfruchtpresse. In seiner Naturgeschichte erzählt Plinius der Ältere (23 bis 79 n. Chr.), wie die Römer Wein aus Äpfel und Birnen machten. Er bemerkt auch, seine veredelten Äpfel brächten mehr Gewinn ein als das Getreide von den Feldern seines Gutes. Tacitus berichtet vom ländlichen Apfel (agrestia poma) der Germanen im Gegensatz zum feinen Tafelapfel der Römer. Mit der Ausweitung des Römischen Reiches gelangten die damaligen über 20 verschiedenen Apfelsorten (angeblich 29) auch in den mitteleuropäischen Raum. Von römischen Legionären importiert fand die „Gesundheitsfrucht“ rasche Verbreitung. Auch die Kunst der Veredelung und des Kelterns kam durch die Römer ins Germanenland.

Als ein besonderer Förderer des Obstanbaus gilt Karl der Große, der um 800 n. Chr. eine Verordnung „capitular de villis“ unter anderem zum Anbau von Obstbäumen auf Wiesen, Auen und Feldern, die später von seinem Sohn Ludwig dem Frommen mit Hinweisen auf Sorten und Pflanzanleitungen ergänzt wurde. Dabei werden frühe und späte, säuerliche und süße Apfelsorten erwähnt und die fachmännische Bereitung von Apfelwein im Mittelalter genoss hohes Ansehen.
 

Bei der Züchtung neuer Apfelsorten machten sich die Mönche des Mittelalters einen Namen. Zunächst wurden die alten Klostergärten gepfropft und veredelt. Später nahmen sich die Klosterbrüder auch in den umliegenden Bauernhöfen der Wildstämme an.

Um 1600 gab es bereits etwa fünfzig Apfelsorten in Deutschland (auf rund 20.000 wird die Sortenzahl heute weltweit geschätzt). Als der Schweizer Nationalheld Wilhelm Tell seinen legendären Schuß auf den Apfel wagte, kannte man in Europa bereits an die 1000 Apfelsorten.

Features event

Open-Air

Kategorie Festpreis

Eine Anmeldung bis zu zwei Tagen vorher ist unbedingt erforderlich.

Die Kosten betragen 5,00 € / Person.

Geopark-Vor-Ort Team Weschnitztal / Marion Jöst

Contact person

Rimbach

+49 (0) 163 8036389

gvo-weschnitztal@gmx.de

https://www.gvo-weschnitztal.blogspot.de

Rimbach-Albersbach, Parkplatz am Kreiswald Stausee

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